Messestadt Riem

Die MRG wurde 1994 als Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung für die Realisierung des Projekts Messestadt Riem gegründet. Ursprünglich als privatrechtliches Trägermodell um eine Bietergruppe der Bayerischen Landesbank gestartet, umfassten die Aufgaben der MRG insbesondere die Erschließung sowie die Herstellung der technischen, sozialen und kulturellen Infrastruktur mit dem Ziel, Wohnraum, Arbeitsplätze und Grünflächen attraktiv miteinander zu verzahnen. 

Die umfassenden Planungs- und Baumaßnahmen wurden durch ein Bankenkonsortium unter Führung der Bayerischen Landesbank vorfinanziert. Während der Projektdauer leistete die Stadt München Finanzierungsbeiträge vor allem aus Grundstückserlösen und aus staatlichen Zuwendungen. Der sich am Ende der Gesamtmaßnahme ergebende Finanzierungssaldo wurde zwischen Stadt und Finanzierungskonsortium ausgeglichen.  

Seit 2015 ist die MRG vollständig im Besitz der Landeshauptstadt München und die MRG betreut als kommunaler Maßnahmeträger und Dienstleister unter Anwendung des öffentlichen Vergaberechts weitere Projekte. Sie agiert als Schnittstelle zwischen städtischen Gremien und Ausschüssen sowie Investoren und privaten Bauträgern. 

Gegenwärtig werden in der Messestadt Projekte wie weitere Einrichtungen zur Kinderbetreuung sowie ein neuer Schulcampus mit Realschule und Gymnasium sowie eine Dependance der Volkshochschule München realisiert. Im Osten der Messestadt wird der große Platz am Zentrum Ost derzeit von privaten Investoren bebaut. Hier entstehen ein Ladenzentrum und Wohnbebauung. Nach Fertigstellung dieser Bauten kann  die MRG die Platzflächen entsprechend bereits vorliegender Planungen gestalten.

Weitere Projekte, wie ein Kinderhaus oder der 5. Bauabschnitt Wohnen, der die Messestadt zu Kirchtrudering abrundet, sowie die städtebauliche Neuordnung des Gewerbegebietes am Rappenweg stehen an. Geplant ist auch eine Erweiterung des Landschaftsparks, abhängig vom Stand des erforderlichen Grunderwerbes durch die Landeshauptstadt München.

1993 – 1998

Neue Messe München – Auf der Basis des beschränkten Realisierungswettbewerbes „für die neue Messe München“ wird im Auftrag der Messe München GmbH das neue Messegelände errichtet. Es entstehen bis 1998 unter anderem 12 Messehallen mit jeweils 11.000 m² Fläche.

1996 – 2004

Erster Bauabschnitt: Wohnen und Zentrum – Auf der Basis eines 1993 durchgeführten Architektenwettbewerbes entstehen rund 2.400 Wohnungen. Die ersten Bewohner können bereits im Dezember 1998 einziehen und finden dabei bereits notwendige Kindergärten und eine Grundschule vor.

1998 – 2013

Technologiepark West – Im Technologiepark West siedeln sich verschiedene High-tech Unternehmen und dienstleistungsorientierte Branchen an.

2000 – 2005

Riemer Park – Der internationale Ideen-und Realisierungswettbewerb liefert die Grundlage für den Bau des drittgrößten zusammenhängenden Parks in München. Damit wird  den Bürgern der Messestadt wie auch allen Münchnern ein hervorragendes Naherholungsgebiet zur Verfügung gestellt.

2001 – 2007

Zweiter Bauabschnitt Wohnen – Bis 2007 werden ca. 1200 Wohnungen sowie ein großes Schulzentrum und die benötigten Kindereinrichtungen erstellt.

2002 – 2009

Gewerbegebiet Nord-Ost – Auf einem Baugebiet von ca. 100.000 m² siedeln sich verschiedenste Betriebe des klassischen Gewerbes an, vor allem auch Messezulieferbetriebe.

2004 – 2012

Dritter Bauabschnitt Wohnen – Auch hier entstanden wie im zweiten Abschnitt ca. 1.200 Wohnungen.

2009 – 2018

Vierter Bauabschnitt Wohnen – Bis Ende 2018 sollen hier ca. 1.000 Wohnungen entstehen.

ab 2017

Hierbei handelt es sich um die Flächen des aktuellen Großprojektes der Maßnahmeträgerschaft. Die MRG wird hier einen Schulcampus (Gymnasium, Realschule, Volkshochschule, Freisportflächen inkl. Schulschwimmbad) errichten.

AKTUELLE PROJEKTE

SCHULCAMPUS - WETTBEWERB

Der Schulcampus bildet den nordwestlichen baulichen Abschluss der Messestadt Riem und markiert gleichzeitig den westlichen Stadtteil-Eingang. Im Wettbewerb sollte eine angemessene Antwort auf die besondere städtebauliche Lage des Grundstücks als westlicher Abschluss des Stadtviertels am Rand des Riemer Parks einerseits und andererseits als Gesicht zur Messestadt gefunden werden. Bei der Höhenfindung handelt es sich somit um eine konzeptionelle städtebauliche Entscheidung. Wesentliches Verbindungselement und Vorgabe für den Entwurf ist eine Unterführung der Joseph-Wild-Straße, die den Schulcampus und den Sportpark barrierefrei und angstraumfrei miteinander verbinden muss. Für den Schulcampus ist ein Vorplatz mit hoher Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Der Schulcampus ist mit allen relevanten Anschlusspunkten (Vorplatz, Eingänge, Fahrradabstellflächen) in das vorhandenen Rad- und Fußwegenetz einzubinden. Die Sporthallen und das Schulschwimmbad sollen nur nördlich der Joseph-Wild-Straße situiert werden.

Die Grundstücksgrenze zwischen dem Schulgrundstück und dem Grundstück für Gewerbe und Polizei- und Rettungswache (Ideenteil Nord) kann entwurfsabhängig festgelegt werden. Im Baufeld Schulcampus sind nach Norden 4 bis 5 Geschosse erforderlich. Die minimale Wandhöhe entlang der Straße „Am Hüllgraben“ muss 16 m betragen, um die nördliche Stadtkante hier fortzuführen. Die maximale Wandhöhe kann 20 m erreichen. Die Stadtkante übernimmt zudem auch Lärmschutzfunktionen für die südlichen Bereiche. Entlang der Joseph-Wild-Straße nach Süden ist eine Wandhöhe zwischen 12 und 20 m möglich.

Der Sportpark ist das verbindende Element zwischen dem südlich angrenzenden Riemer Landschaftspark und dem neuen Schulcampus. Wünschenswert ist es, die erforderlichen untergeordneten baulichen Anlagen (Umkleiden etc.) so in den Sportpark zu integrieren, dass Blickbeziehungen in den Landschaftspark möglich sind. Der Sportpark soll außer den notwendigen Sportflächen lediglich bauliche Nebenanlagen (Umkleiden mit 5 – 6 m Wandhöhe) aufnehmen, die sich in den parkartigen Charakter der Anlage einfügen.

Der Ideenteil liegt östlich an der Paul-Wassermann-Straße. Er umfasst einen Teil nördlich und einen Teil südlich (Übergang Landschaftspark) derJoseph-Wild-Straße. Im Ideenteil Nord sind bei der Situierung der Polizei-und Rettungswache die Rahmenbedingungen der Polizei zu beachten. Bei der Überplanung der Fläche des Ideenteils Übergang Landschaftspark ist die Einbindung in die Anlage des Grünovals zu beachten, ebenso die Übergänge zum Landschaftspark. Es wird erwartet, dass die Sichtbeziehungen und die Übergänge zur denkmalgeschützten Tribüne berücksichtigt und gestärkt werden.

Wichtige landschaftsplanerische Ziele sind die kompakte Anordnung der Schulsport-Flächen, um ausreichende Freiflächen an den Übergängen zurStärkung des Riemer Landschaftsparks und des umgebenden Freiraumsystems zu erhalten sowie zum Freihalten des übergeordneten Grünzugs im Süden zwischen Landschaftspark und Friedhof.

MÜNCHNER LERNHAUSKONZEPT - WETTBEWERB

Das Münchner Lernhauskonzept erfüllt die Ansprüche an ein flexibles und multifunktionales Standardraumprogramm. Es ermöglicht ein intensiveres und stärkeres Zusammenwachsen von Schülerinnen, Schülern, Pädagoginnen und Pädagogen. Es gibt jedem und jeder Einzelnen eine gerechte Chance auf eine individuelle Förderung aller Kompetenzen, welche die erforderliche Zeit sowie den erforderlichen Raum benötigt, unterstützt durch den Einsatz neuer Medien. Diese Ziele werden auf Unterrichtsebene, sowohl durch den klassischen Unterricht, der fächer- oder klassenübergreifend sein kann, mit handlungs- und kompetenzorientierten Methoden, als auch durch Projekte, bei denen die Kinder und Jugendlichen entdecken, experimentieren und ihre Kreativität zum Ausdruck bringen können, umgesetzt.

Die Pädagoginnen und Pädagogen begleiten die Schülerinnen und Schüler in ihren individuellen Lernprozessen und bieten geeignete Unterstützungsformen an. Der Raum soll schließlich als „Dritter Pädagoge“ die Lernenden und die Lehrenden dabei unterstützen, die genannten Ziele zu erreichen. Er muss mit Blick auf die Zukunft flexibel und multifunktional nutzbar sein und der Schulfamilie eine soziale und räumliche Heimat bieten.

Gymnasium
Das Gymnasium wird im Wettbewerb auf Grundlage des Raumprogramms des neunjährigen Gymnasiums (G9) geplant. Die Räume sind entsprechend des Münchner Lernhauskonzepts zu gruppieren und auszustatten. Für das Gymnasium ist von etwa 1.440 Schülerinnen und Schülern auszugehen.

Realschule
Der allgemeine Unterrichtsbereich der Realschule (Jahrgangsstufe 5 - 10) ist im Wesentlichen in Einheiten mit je 6 Klassenräumen gegliedert. Die Räume sind entsprechend des Münchner Lernhauskonzepts zu gruppieren und auszustatten. Für die Realschule ist von etwa 960 Schülerinnen und Schülern auszugehen.

Ergebnis des Wettbewerbes: 
Das Preisgericht vergab in der Jurysitzung am 18./19.5.2017 den 1. Preis an die Architekten H4A Gessert + Randecker Generalplaner GmbH in Stuttgart und die Landschaftsarchitekten Glück Landschaftsarchitektur BDLA in Stuttgart.

Das Preisgericht empfahl einstimmig den 1. Preis zur Ausführung. Mittlerweile wurden die Architekten im  Auftrag der LHM seitens der MRG GmbH mit der Fortführung der Planungen zum Bau des Schulcampus beauftragt.

Referenzprojekte